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Was ist die Kartennummer – Aufbau, Lage und Schutz erklärt

Tobias Florian Schulz • 2026-04-07 • Gepruft von Elias Hoffmann

Die Kartennummer, auch Primary Account Number (PAN) genannt, ist die eindeutige Identifikationsnummer auf Kredit- und Debitkarten. Sie besteht in der Regel aus 16 Ziffern, die nach dem ISO/IEC 7812-Standard strukturiert sind und weltweit zur Verifizierung von Zahlungsvorgängen dienen.

Jede physische Karte folgt dem standardisierten Scheckkartenformat nach ISO/IEC 7810 (ID-1: 85,60 mm x 53,98 mm) – denselben Maßen wie Führerscheine oder Krankenkassenkarten. Die Nummer selbst ist hochgeprägt auf der Vorderseite zu finden, während die Rückseite zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie den Magnetstreifen und den CVV-Code trägt.

In Zeiten digitaler Bezahldienste gewinnt die Kartennummer zusätzliche Bedeutung durch Tokenisierungstechnologien. Dabei wirken Algorithmen und Sicherheitsstandards zusammen, die sowohl im stationären Handel als auch im E-Commerce für reibungslose Transaktionen sorgen.

Was ist die Kartennummer?

Definition

Eindeutige 13-19-stellige Nummer zur Identifikation der Karte im globalen Zahlungsverkehr

Lage

Vorderseite der physischen Karte, hochgeprägt im unteren Bereich

Länge

Typisch 16 Ziffern (Visa/Mastercard), American Express nutzt 15 Ziffern

Zweck

Abwicklung von Online- und Offline-Zahlungen weltweit

Zentrale Eigenschaften im Überblick

  • Die Nummer folgt dem international gültigen ISO/IEC 7812-Standard
  • Die ersten sechs Ziffern bilden die Issuer Identification Number (IIN)
  • Visa-Karten beginnen mit der Ziffer 4, Mastercard mit 51 bis 55
  • Die letzte Stelle bildet eine Prüfziffer nach dem Luhn-Algorithmus
  • Unter der DSGVO gelten Kartendaten als personenbezogene Sensibeldaten
  • Digitale Token ersetzen bei Apple Pay und Google Pay die echte Nummer
  • EC-Karten und Kreditkarten nutzen identische Nummernformate
Merkmal Spezifikation
Offizielle Bezeichnung Primary Account Number (PAN)
Standardlänge 13–19 Ziffern
Häufigste Länge 16 Ziffern
Prüfziffer Luhn-Algorithmus (Double-Add-Double)
Erste 6 Ziffern IIN (früher BIN – Bank Identification Number)
Physisches Format ISO/IEC 7810 ID-1 (85,60 x 53,98 mm)
Prägung Hochgeprägt auf der Vorderseite
Netzwerk-Präfixe Visa: 4, Mastercard: 51–55, Amex: 34/37
Rechtsgrundlage ISO 7812, DSGVO (Art. 9)
Sicherheitsfeature CVV/CVC-Code separat on-card

Wo finde ich die Kartennummer auf meiner Karte?

Die Sichtbarkeit der Kartennummer folgt strengen industriellen Standards. Auf der Vorderseite befindet sich die Nummer im unteren Bereich, unterteilt in vier Blöcke à vier Ziffern zur besseren Lesbarkeit. Bei den meisten Instituten ist diese Prägung sowohl visuell als auch taktil erhaben.

Positionierung auf der Vorderseite

Neben der Kartennummer finden sich hier das Gültigkeitsdatum (VALID FROM bzw. EXPIRES END) und der Name des Karteninhabers. Das Logo des emittierenden Institutes sowie das Logo des Zahlungsnetzwerks (Visa, Mastercard, American Express) vervollständigen das Erscheinungsbild. Bei American Express weicht das Layout ab: Hier sind 15 Ziffern in drei Blöcken angeordnet.

Digitale Karten und Banking-Apps

Virtuelle Karten in Wie Slime Sicher Machen – Boraxfreies Rezept für Kinder Smartphone-Apps zeigen die Kartennummer oft erst nach Authentifizierung an. Diese digitalen Darstellungen sind durch Tokenisierung geschützt, wobei statt der echten PAN ein temporärer Token übertragen wird.

Besonderheiten bei Abnutzung

Ist die Prägung durch häufige Nutzung abgewetzt, hilft der Magnetstreifen auf der Rückseite oder der eingebettete Chip weiter. Bei vollständig unleserlichen Karten sollte das Institut um Ersatz gebeten werden, da manuelle Eingaben fehleranfällig sind.

Sicherheitshinweis zur Rückseite

Der dreistellige CVV-Code (Card Verification Value) befindet sich bei Visa und Mastercard auf der Rückseite neben dem Unterschriftsfeld, nicht auf der Vorderseite. American Express platziert eine vierstellige Prüfziffer hingegen auf der Kartenvorderseite.

Wie sieht der Aufbau und die Länge einer Kartennummer aus?

Die Struktur der Kartennummer folgt einer mathematisch definierten Logik, die Fehleingaben und Fälschungen erkennen soll. Jede Position innerhalb der Ziffernfolge trägt spezifische Informationen zur Identifikation des Emittenten und des Kontos.

Die Issuer Identification Number (IIN)

Die ersten sechs Ziffern identifizieren den ausgebenden Kreditinstitut. Seit 2017 wurde die ursprünglich vierstellige Bank Identification Number (BIN) auf sechs Stellen erweitert, um wachsende Emittentenzahlen abbilden zu können. Cardscout erklärt, dass diese IIN auch über das Produkt (Haupt- oder Zusatzkarte) und den Hersteller Auskunft gibt.

Die individuelle Kontonummer

Die mittleren Ziffern – etwa Position 7 bis 15 – repräsentieren das individuelle Kundenkonto. Dieser Bereich variiert je nach Institut und bildet zusammen mit der IIN eine weltweit einmalige Kombination. Volksbanken-Raiffeisenbanken weisen darauf hin, dass diese Nummer das Konto eindeutig dem Inhaber zuordnet.

Die Prüfziffer und der Luhn-Algorithmus

Die letzte Ziffer der Nummer dient als mathematische Kontrollgröße. Der 1954 von Hans Peter Luhn bei IBM entwickelte Algorithmus prüft durch eine spezielle Gewichtung der Ziffern, ob Eingabefehler oder Manipulationen vorliegen. Der Algorithmus verhindert so die Verarbeitung ungültiger Nummern bereits bei der Dateneingabe.

Unterschiede: Kartennummer vs. CVV und IBAN

Verbraucher verwechseln häufig die verschiedenen Nummernsysteme auf ihrer Karte. Während die PAN die Karte selbst identifiziert, dienen CVV und IBAN völlig unterschiedlichen Zwecken im Zahlungsverkehr.

Kartennummer und Sicherheitscode (CVV/CVC)

Der CVV (Card Verification Value) oder CVC (Card Verification Code) ist ein separates Sicherheitsmerkmal für card-not-present-Transaktionen. Kreditkarte.net erläutert, dass dieser Code nicht im Magnetstreifen gespeichert ist und so Missbrauch bei Online-Käufen erschwert. Visa und Mastercard nutzen dreistellige Codes auf der Rückseite, während American Express vier Ziffern auf der Vorderseite platziert.

Wichtiger Unterschied zur IBAN

Die IBAN (International Bank Account Number) ist keine Kartennummer. Sie dient Überweisungen und kann bis zu 34 Zeichen umfassen. Während die Kartennummer das Zahlungsmedium identifiziert, verweist die IBAN auf das zugrunde liegende Bankkonto. Beide Systeme sind nicht identisch, auch wenn sie über das Konto verbunden sind.

EC-Karte und Kreditkarte im Vergleich

Debitkarten (EC-Karten) und Kreditkarten teilen sich das identische Scheckkartenformat. Der entscheidende Unterschied liegt im Abbuchungsmodus: EC-Karten belasten das Girokonto sofort, Kreditkarten nutzen einen zeitversetzten Kreditrahmen. Beide Kartenarten verwenden dieselbe strukturelle Nummernlogik.

Tokenisierung bei mobilen Bezahldiensten

Apple Pay und Google Pay übermitteln bei Transaktionen nicht die echte Kartennummer, sondern einen einmaligen Token. Stripe erklärt, dass dieser spezifisch für das Gerät und die Transaktion generiert wird, während echte CVV und Nummer verschlüsselt bleiben.

Wie hat sich die Kartennummer entwickelt?

  1. 1954: Hans Peter Luhn entwickelt bei IBM den nach ihm benannten Prüfalgorithmus, der bis heute gültige Kartennummern von ungültigen unterscheidet.
  2. 1958: Visa (damals BankAmericard) etabliert das erste große Kreditkartennetzwerk und definiert frühe Nummernstandards.
  3. 1966: Mastercard (damals Interbank Card Association) tritt als Konkurrenz auf und etabliert eigene Identifikationssysteme.
  4. 1980er Jahre: ISO führt die Normen 7810 (Format) und 7812 (Nummernstruktur) ein, die weltweite Vereinheitlichung bringen.
  5. 2017: Die Erweiterung der Bank Identification Number von vier auf sechs Stellen (IIN) reagiert auf die wachsende Zahl weltweiter Emittenten.

Was ist gesichert und wo liegen Missverständnisse?

Etablierte Fakten

  • Kartennummer und IBAN sind verschiedene Identifikationssysteme
  • Unter DSGVO gelten Kartendaten als besondere Kategorie personenbezogener Daten
  • Die Prüfziffer am Ende verifiziert mathematisch die Echtheit
  • Nur die Kombination aus Nummer, Ablaufdatum und CVV ermöglicht Online-Zahlungen

Häufige Unklarheiten

  • Virtuelle Karten generieren dynamische Nummern, die vom physischen Pendant abweichen
  • Die Kartennummer allein reicht nicht für Belastungen – CVV und zeitliche Gültigkeit sind erforderlich
  • Die erste Ziffer allein bestimmt nicht das Institut, sondern nur das Netzwerk (Visa/MC)

Rechtlicher Rahmen und moderne Schutzmechanismen

Die Verarbeitung von Kartennummern unterliegt strengen regulatorischen Anforderungen. Varonis weist darauf hin, dass Händler Kartendaten nach DSGVO klassifizieren, verschlüsseln und nur temporär speichern müssen. Regex-Muster und Luhn-Validierungen helfen Unternehmen, diese sensiblen Daten in ihren Systemen zu identifizieren.

Tokenisierung stellt den aktuellen Stand der Sicherheitstechnik dar. Statt der echten 16-stelligen Nummer wird ein substituierter Wert (Token) verwendet, der selbst bei Abfangen keinen Schaden anrichten kann. Diese Technologie bildet die Grundlage für Kinderwagen Auswählen – Kompletter Ratgeber mit Tests 2025 kontaktlose Zahlungen und mobile Wallet-Systeme.

Quellen und Fachinformationen

Die Kartennummer identifiziert die Karte weltweit eindeutig und dient als primärer Schlüssel im Zahlungsverkehr. Sie ist standardized nach ISO 7812 und durch mathematische Prüfverfahren vor Tippfehlern geschützt.

— Zusammenfassung aus kreditkarte.net und finanzwissen.de

Niemals sollte die Kartennummer zusammen mit dem CVV per E-Mail oder unverschlüsselter Nachricht übermittelt werden.

— Sicherheitsrichtlinien der Kartennetzwerke, zusammengefasst durch VR Banken

Zusammenfassung

Die Kartennummer ist die zentrale Identifikationskennung von Zahlungskarten, bestehend aus 13 bis 19 Ziffern nach ISO-Standard, wobei 16 Ziffern die häufigste Variante darstellen. Ihr Aufbau aus IIN, individueller Kontonummer und Prüfziffer gewährleistet weltweite Eindeutigkeit und Integrität. Sie unterscheidet sich fundamental von IBAN und CVV, wobei nur das Zusammenspiel aller Elemente sichere Transaktionen ermöglicht. Bei der Nutzung gilt es, die Daten nach DSGVO-Standards zu schützen und moderne Tokenisierungsverfahren zu bevorzugen. Wer seine Kartennummer nicht findet, prüft zunächst die Vorderseite der Karte oder die entsperrte Banking-App.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die 16-stellige Nummer auf der Kreditkarte?

Dies ist die Primary Account Number (PAN), die Ihre Karte weltweit eindeutig identifiziert. Sie besteht aus der Issuer Identification Number (erste 6 Ziffern), Ihrer individuellen Kontonummer und einer Prüfziffer am Ende.

Wo steht die Kartennummer auf der EC-Karte?

EC-Karten (Debitkarten) tragen die Nummer ebenfalls auf der Vorderseite, hochgeprägt im unteren Bereich. Sie folgen demselben Schema wie Kreditkarten, belasten aber direkt Ihr Girokonto statt eines Kreditrahmens.

Kann ich die Kartennummer in der Banking-App finden?

Ja, moderne Banking-Apps zeigen die Kartennummer nach Authentifizierung an. Bei virtuellen Karten wird oft ein Token angezeigt, der die echte Nummer bei Transaktionen ersetzt, um die Sicherheit zu erhöhen.

Warum beginnt meine Kartennummer mit 4 oder 5?

Die erste Ziffer identifiziert das Zahlungsnetzwerk: 4 steht für Visa, 5 (genauer 51-55) für Mastercard. American Express beginnt mit 34 oder 37. Diese Präfixe sind international standardisiert.

Ist es sicher, die Kartennummer zu fotografieren?

Fotos der Karte bergen Risiken, da sie die Nummer und oft auch den CVV zeigen. Unter DSGVO gelten diese Daten als sensibel. Speichern Sie die Abbildung nur verschlüsselt oder nutzen Sie die offizielle Banking-App statt eigener Fotos.

Tobias Florian Schulz

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